Fragen und Antworten zur Produktionssteuerung
Die Produktionsplanung definiert mittel- bis langfristig, was, in welcher Menge und bis wann gefertigt werden muss. Die Produktionssteuerung hingegen übernimmt die kurzfristige, operative Ausführung dieser Vorgaben direkt auf dem Shopfloor. Während die Planung also den theoretischen Rahmen und die groben Kapazitäten festlegt, steuert und überwacht die Steuerung die physische Umsetzung an den Maschinen im Logistikalltag.
Ein Manufacturing Execution System (MES) digitalisiert den kontinuierlichen Informationsaustausch zwischen der Leitebene (ERP) und den einzelnen Produktionsmaschinen. Es ermöglicht eine Betriebsdatenerfassung (BDE) in Echtzeit, wodurch Leitstände sofort auf Qualitätsabweichungen oder Störungen reagieren können. In der Beratungspraxis zeigt sich, dass erst durch den Einsatz eines MES die volle Datentransparenz erreicht wird, um Durchlaufzeiten systematisch zu senken.
Die Kapazitätssteuerung stellt sicher, dass zu keinem Zeitpunkt mehr Aufträge eingelastet werden, als Maschinen und Personal verarbeiten können. Wird diese Balance missachtet, entstehen sofort Engpässe, Warteschlangen vor den Arbeitsplätzen und unweigerliche Verzögerungen im Produktionsfluss. Durch einen exakten Abgleich der verfügbaren Ressourcen wird ein harmonischer Durchsatz erreicht, der die pünktliche Auslieferung an den Endkunden absichert.
Lean Management Methoden wie Kanban entkoppeln die starre Planvorgabe von der tatsächlichen Auftragsfreigabe und binden diese an den realen Materialverbrauch. Ein Fertigungsauftrag wird demnach erst freigegeben und eingelastet, wenn die nachgelagerte Station entsprechende Kapazitäten signalisiert. Diese verbrauchsgesteuerte Methodik verhindert effektiv eine Überproduktion und reduziert teure Pufferbestände innerhalb der Fabrik auf ein Minimum.