Der 33. Deutsche Materialfluss-Kongress 2026 fand in diesem Jahr erstmalig im Rahmen des Test Camp Intralogistics in der Dortmunder Westfalenhalle am 15. und 16. April 2026 statt. Unter dem Motto „Next Stop: Beyond Automation“ referierten 38 hochkarätige Speaker in acht Sessions.
Dr. Christian Jacobi, Partner bei ebp-consulting, moderierte die Eröffnungssequenz zum Thema „Mensch. Maschine. Sind humanoide Roboter die Logistik-Zukunft?“. In der gut besuchten Veranstaltung stellte Prof. Alice Kirchheim, Institutsleiterin am Fraunhofer IML die Ergebnisse der jüngst veröffentlichten Studie zur humanoiden Robotik vor. Kevin Kron, Associate Director GTM Europe, vertrat die Herstellerseite und gab einen Impuls zum Stand von Produkten und Best Practices in der humanoiden Automation bei Boston Dynamics. Auf der Anwenderseite berichtete Oliver Bilstein, Vice President Overseas Supply der BMW Group, über die Erfahrungen beim Einsatz humanoider Roboter in den USA mit Figure AI und über die nächsten Schritte in Europa in Kooperation mit Hexagon. Die Vortragsreihe schloss Dr. Stephan Peters, Vorstand bei Rhenus SE & Co. KG, der durch die Brille des Logistikdienstleisters die Notwendigkeit einer konsequenten Ausrichtung zur Automatisierung vorstellte.
Logistikexperten sind sich einig, dass Automatisierung, Digitalisierung und Robotik in den nächsten Jahren das Rückgrat des Logistiksektors bilden, befeuert durch die Anforderungen am Arbeitsmarkt, veränderte Marktanforderungen und den Kostendruck in den Unternehmen. Automatisierung wird zur strategischen und operativen Notwendigkeit. Die klassischen Lösungen stoßen jedoch an ihre strukturellen, technischen und wirtschaftlichen Grenzen. Sie sind spezialisiert, auf hohen Durchsatz ausgelegt und erfordern standardisierte Prozesse und meist teure bauliche Anpassungen. Anders die humanoide Robotik: Flexible Mehrzweck-Roboter können vielfältige Aufgaben in bestehenden Arbeitsumgebungen übernehmen. In erster Linie geht es um manuelle, ergonomisch anspruchsvolle, wiederkehrende und schwer automatisierbare Tätigkeiten. Die smarten Helfer müssen sich dynamisch orientieren, sicher bewegen, Entscheidungen treffen und sich an ständig wechselnde Umgebungen anpassen. Dazu brauchen sie zahlreiche Fähigkeiten, die das koordinierte Bewegen, Greifen, Wahrnehmen, Navigieren, Integrieren in Prozesse und Interagieren mit dem Menschen ermöglichen.
Die Entwicklung der humanoiden Robotik ist nicht zuletzt aufgrund der Fortschritte in der künstlichen Intelligenz rasant und die Erwartungen sind hoch. Dennoch dominieren zurzeit noch Pilotprojekte. Bis zur industriellen Reife und dem breiten Einsatz in den Logistikbetrieben braucht es einige Jahre. Der Markt ist stark fragmentiert und wird überwiegend von Anbietern außerhalb Europas – vorrangig aus China und den USA - bestimmt. Wie bei vielen Technologien werden humanoide Roboter aber nicht die Lösung für alles und jedes sein.
In der anschließenden Podiumsdiskussion wurde über die weitere Entwicklung und die operative Umsetzung in der Intralogistik diskutiert. Die Experten lieferten Antworten auf die Fragen, wo die Technologie steht und wie marktreif sie ist, welche Rolle humanoide Roboter in der Logistik spielen können, was aus technischer Sicht mit Blick auf die industrielle Anwendung fehlt, z. B. Robustheit, Sicherheit und Akzeptanz im Betrieb, und welche regulatorischen und wirtschaftlichen Hemmnisse existieren.
Die Experten waren sich einig, dass humanoide Roboter gegenüber bestehenden Automatisierungslösungen einen Mehrwert schaffen und ein großes Potenzial für den Wirtschaftsbereich Logistik bieten. Bis zur Marktreife und dem industriellen Einsatz wird es noch einige Jahre dauern, allerdings ist die Entwicklung rasant. Deutschland und Europa sollten den Anschluss nicht verpassen.
Am Nachmittag folgte eine weitere, durch ebp-consulting gestaltete Sequenz zum Thema „Planung“. Nico Schöninger und Dr. Christian Jacobi referierten zur „Effizienten Planung mit dem Warehouse-Designer“.
Lagerplanung und Logistikoptimierung erfordern Methoden und Tools, um die passende – also wertschöpfende - Lösung für die Kunden schnell und zuverlässig zu generieren. Effizienz ist hier mit hohem Anspruch verbunden. Jedoch hat die Vielzahl an neuen Technologien und Anbietern in den letzten Jahren zugenommen. Mit immer leistungsfähigeren Produkten und innovativen Lösungen kommen auch neue Player auf den Markt. Damit nimmt die Herausforderung zu, die geeigneten Lösungen im Rahmen einer Lagerplanung oder -optimierung zu finden.
Dieser Dynamik trägt ebp-consulting mit dem Warehouse-Designer Rechnung, um Konzeptplanungen zu beschleunigen, sie nicht zu ersetzen. Denn das vollumfängliche Wissen um die Technologien kann nicht in den Köpfen eines jeden erfahrenen Planers stecken. Der Warehouse-Designer ist ein Tool, welches mit wenigen Input-Parametern ein erstes Design für verschiedene Automatisierungstechniken erstellt. Dahinter stecken eine umfassende Wissensdatenbank und Bewertungssystematik zugleich.
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